Über das Alphorn

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Instrumente ähnlich dem Alphorn gibt es in vielen Ländern und Kulturen, wie in Tibet, in den Pyrenäen, in Kirgisien als lange Holztrompeten. Während andere Instrumente sich über die Jahrhunderte veränderten und weiter entwickelt wurden, behielt das Alphorn seine Form ohne wesentliche Veränderungen. Vor allem in der Schweiz ist das Alphorn zum Nationalsymbol geworden. Aber auch im Süden von Deutschland wurde das Alphorn als Signalhorn von Hirten benutzt, um sich über größere Entfernungen verständigen zu können. Die Hirten schlugen bei Gefahr Alarm und riefen ihre Herden zusammen. Dem Klang des Alphorns wird eine beruhigende Wirkung auf Mensch und Tier zugeschrieben. Je nach Landschaft ist ein Alphorn 5 bis 10 km weit zu hören.

Im 17. Jahrhundert wurde das Alphorn durch verarmte musizierende Hirten als Bettelhorn in Verruf gebracht. Erst in der Romantik wurde das Instrument im 19. Jahrhundert wieder entdeckt.

Ein Alphornbauer benötigt etwa 200 Arbeitsstunden, um ein Instrument aus einem Holzstamm herzustellen. Als Hölzer werden dabei Fichte oder Erle verwendet. In Deutschland sind Alphörner in F-Stimmung verbreitet, um mit anderen Musikgruppen besser zusammenspielen zu können. Die Länge eines Alphornes in F-Stimmung beträgt 3,64 Meter. In der Schweiz sind Ges-Hörner mit 3,40 Meter Länge üblich. Der Preis für ein gutes Alphorn liegt etwa zwischen 1.500 und 3.000 Euro.

Die Heuchelberger AlphornBrass spielen auf dreiteiligen Alphörnern in F-Stimmung von Alfons Neumann, einem der anerkanntesten Alphornbauer aus Holz im deutschsprachigen Raum. Für die erste und zweite Stimme haben wir uns für Carbon-Alphörner des Alphorningenieurs Roger Zanetti entschieden. Roger hat ein Alphorn aus Carbonfaser entwickelt, das einen sehr schönen kompakten und weichen Alphornklang erzeugt und perfekt intoniert.

Aufgrund der Anblastechnik zählen die Alphörner in der Instrumentenkunde eigentlich zu den Blechblasinstrumenten, obwohl sie ganz aus Holz hergestellt sind. Ein Alphorn wird ausschließlich auf Naturtönen geblasen, die nur mit den Lippen erzeugt werden. Der Tonumfang ist auf die Obertonreihe beschränkt.

Hier geht es zu einem Exkurs: Vergleich der Naturtonreihe mit der gleichschwebend temperierten Tonreihe